Friedhof

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Friedhof Kommingen
Breite 10
78176 Blumberg-Kommingen
 
 
Gemeinschaftshaus Kommingen

Schulhaus - Gemeinschaftshaus - Gemeindezentrum

Der im Frühjahr 1965 begonnene und am 10.12.1966 eingeweihte Neubau der Schule mit Lehrerwohnung vermochte zeitlich mit den damals immer neu entwickelten schulreformerischen Vorstellungen nicht Schritt halten, denn die Schüler der 8. und neu begründeten 9. Schulklasse konnten die neu geschaffenen Schulräume nicht mehr benutzen, weil kurz zuvor beschlossen wurde, dass sie die Gesamtschule in Blumberg zu besuchen hätten. Ihnen folgten die Schüler der 5. bis 7. Schulklasse im Sommer 1967. Die Grundschule mit der 1. bis 4. Klasse bestand noch bis zum 1. August 1970, dann wurden auch die Grundschüler der Schule in Blumberg zugewiesen.

Danach stand das Schulhaus, von den Übungsstunden der örtlichen Vereine abgesehen, leer. Die Überlegungen des Gemeinderates über den Verkauf des Schulhauses wurden durch die damit verbundenen Rückzahlungen der öffentlichen Zuschüsse gebremst und eine Vermietung favorisiert.

Mit der Verpachtung ab dem 1. Januar 1976 wurde das Gebäude einer industriellen Nutzung zugeführt. Der kleinste Raum blieb den örtlichen Vereinen übergangsweise als Probelokal vorbehalten, ehe auch dieser ab dem 1. Januar 1977 verpachtet wurde.

Die Vereine sind in den Pfarrsaal ausgewichen, was sich als kaum hinnehmbare Lösung herausgestellt hat. Da im Zusammenhang mit einer Raumbeschaffung das Rathaus abgelehnt wurde und auch die Umgestaltung des Dreschschuppens gescheitert ist, haben in den Jahren 1977 und 1978 die Bürger mit Eigenleistungen von über 4.500 Stunden zum Bau eines Probelokal sprich kleines Gemeinschaftshaus beigetragen.

Nach dem das Schulhaus nach Ablauf des Mietvertrages ab dem 1. Januar 1981 wieder leer gestanden ist, hat unser damaliger Ortsvorsteher Viktor Giner alles daran gesetzt, dass das Schulgebäude nicht verkauft wird und es war sein sehnlichster Wunsch, dieses Gebäude den Vereinen wieder zuzuführen. Lange und zähe Verhandlungen waren angesagt. Immer wieder drohten die Gespräche zu scheitern. Doch seiner Standfestigkeit und seinem ungebrochenen Willen ist es zu verdanken, dass er die Zustimmung im Ortschaftsrat, in der Bevölkerung und beim Bürgermeister gefunden hat.

Der Verkauf des kleinen Gemeinschaftshauses und weitere Eigenleistungen der Bürger haben nahezu die Kosten der erforderlichen Umbaumaßnahmen wie den Durchbruch der Klassenzimmertrennwände, Einbau einer kleinen Küche und das Satteldach für das Lehrerwohngebäude gedeckt.

Mit der Einweihung des ehemaligen Schulhauses als Gemeinschaftshaus am 15. März 1986 ist nicht nur der Traum unseres damaligen Ortsvorstehers Viktor Giner Wirklichkeit geworden, sondern er hat mit seinem unermüdlichen Einsatz auch für eine zukunftsfähige Entscheidung gekämpft und dabei eine große Weitsicht bewiesen.

Denn die rasanten Entwicklungen im technischen Bereich, die Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft haben zu bitteren Einschnitten in unseren Lebensgewohnheiten geführt. So wurde nach und nach unser letztes Lebensmittelgeschäft, die Milchsammelstelle, der Dreschschuppen, die Poststelle, der Farrenstall und zuletzt zum 30. September 2000 die Zweigstelle der Sparkasse Donaueschingen geschlossen.

Diese Schließungen haben rein äußerlich gesehen zu einer Verschlechterung der Infrastruktur geführt. Tatsächlich aber haben diese Schließungen gerade im zwischenmenschlichen Bereich weh getan, denn es waren alles Begegnungsstätten und damit Möglichkeiten, wo sich die Menschen begegnen und austauschen konnten – wo zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt wurden – wo sprichwörtlich einfach das "Leben" stattgefunden hat.

Und heute? – Heute ist neben unseren Gaststätten die einzige und allein übrig gebliebene Begegnungsstätte unser Gemeinschaftshaus und das dörfliche "Leben" findet eigentlich nur noch in den Vereinen und damit im Gemeinschaftshaus statt.

In der Vielfalt der Belegungen und Nutzungen für Musik- und Gesangsproben, von Gymnastik- und Jugendtanzgruppen, dem Landfrauenverein oder als Schulungsraum der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr spiegelt sich das Ganze wieder.

Und nun, wo die Verwaltung vorsieht, sich auf ein Gebäude in jedem Stadtteil zu konzentrieren, war es für den Ortschaftsrat eine leichte Entscheidung, sich dabei für das bestehende Gemeinschaftshaus und dem dazu hervorragend passenden Standort als künftigen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens auszusprechen. Und diesen Mittelpunkt gilt es zu bewahren und zu pflegen.

Mit dem Verkauf des Dreschschuppens im Jahr 2003 und dem Verkauf des Farrenstalls im Jahr 2005 hat der Ortschaftsrat seine Entscheidung bekräftigt.

 

Der Gemeinderat hat dann im September 2008 mit seiner Zustimmung zu der vorgelegten Planung den Grundstein dafür gelegt, dass mit dem Anbau des Feuerwehrgerätehauses und der Unterbringung der Ortsverwaltung im umgebauten und sanierten Gemeinschaftshaus ein kleines Gemeindezentrum geschaffen werden konnte und das städtische Konzept verwirklicht wurde.

Zur Finanzierung des Projekts war neben dem Verkauf des nicht mehr benötigten Rathauses auch ein erhebliches bürgerschaftliches Engagement vorgesehen und es wurden Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) beantragt.

Nach dem Zuwendungsbescheid aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum im März 2009 ist dem Projekt nichts mehr im Wege gestanden.

In dem jetzt neu geschaffenen kleinen Gemeindezentrum sehen wir auch für die Zukunft die Verwirklichung unseres Gemeinschaftslebens, die Sicherung der örtlichen Strukturen und damit die Bewahrung der charakteristischen Eigenständigkeit unseres Dorfes.